Die psychologische Anpassung an den Ruhestand wird bei Atchley unter dem Aspekt der Kontinuität in sieben verschiedene Phasen unterteilt. So folgt nach dem Ereignis >Ruhestand< zunächst die Phase der Flitterwochen. Diese Phase kann bis zu sechs Monate andauern. Die Neu-RentnerInnen sind voller Euphorie und „do all the things [they] never had time for before‟. Die Personen fühlen sich oftmals wie ein Kind „in a room full of new toys (…) trying to experience everything at once“. Nach rd. 13 Monaten kann eine Phase eintreten, die mit Ernüchterung beschrieben werden kann. Aufgrund fehlender Teilnahme am >sozialen Leben< können Passivität oder sogar Depressivität eintreten. Nach rd. 25 Monaten (die Personen werden nunmehr als „Alt-Rentner“ bezeichnet) beginnt die Phase der Neuorientierung. Diese ist insbesondere für die RentnerInnen wichtig, die die “Flitterwochen-Phase“ mit einem „loud crash“ beendet haben. Denn Ziel dieser Phase ist es „to establish a structure and a routine for life in retirement which will provide for at least a minimum of satisfaction“. Atchley behauptet, dass diese Phasen durch eine Reihe von empirischen Studien nunmehr belegbar seien. Für die empirische Prüfung dieser Phasen bedarf es jedoch längsschnittlich angelegte Untersuchungen über einen längeren Zeitraum, die bis heute kaum vorliegen. Auch Ekerdt belegte, dass die Zufriedenheit der Rentner in den ersten sechs Monaten nach der Pensionierung am höchsten war, 13-18 Monate nach der Pensionierung am niedrigsten, um anschließend wieder anzusteigen. Er richtete seinen Fokus dabei auch auf den gesundheitlichen Bereich. Die zeitliche Anpassung an den Ruhestand ist nicht minder von einschneidenden Veränderungen für die betroffenen Personen geprägt. Es überrascht nicht, dass die größte zeitliche Veränderung den Wegfall der Erwerbsarbeit darstellt.